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Universitäten und 17 Nachhaltige Entwicklungsziele

Das Projekt UniNEtZ gewinnt den 1. Platz des Sustainability Award in der Kategorie STRUKTURELLE VERANKERUNG. Das UniNEtZ-Team spricht über die Projektziele und -aktivitäten sowie über die Zusammenarbeit zahlreicher Hochschulen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung.

 

Universitäten und Partnerinstitutionen arbeiten zu den SDGs

Das Projekt UniNEtZ (Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele) wurde beim diesjährigen Sustainability Award ausgezeichnet. Es überzeugte die Jury in der Kategorie STRUKTURELLE VERANKERUNG.

 

Nachhaltigkeit bedeutet Zusammenarbeit 

Ein Netz aus Universitäten zu spannen machte sich die „Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich“ mit dem Projekt UniNEtZ zur Aufgabe. Insgesamt haben sich österreichweit zahlreiche Partnerinstitutionen zusammengeschlossen, um gemeinsam Handlungsoptionen und Vorschlägen zur Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) auszuarbeiten. Weitere Ziele des Projektes UniNEtZ sind die Stärkung von universitätsübergreifenden sowie interdisziplinären Kooperationen. Dabei werden Universitäten angeregt, sich vermehrt mit den SDGs zu befassen. Sich dafür untereinander zu vernetzen, um Wissen zu vereinen und neu zu kombinieren, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zusätzlich sollen im Zuge des Projektes UniNEtZ diverse Nachhaltigkeitsthemen in Lehre und Forschung an den beteiligten Universitäten verstärkt verankert werden.

 

Im Interview mit dem UniNEtZ-Team

Das UniNEtZ-Team spricht über das Projekt, ihre Ziele und der Einbindung von Studierenden.

 

OS4S: Wie und wann kam es zu dem Projekt UniNEtZ – Welche Notwendigkeit und Motivation gab es dafür?

UniNEtZ-Team: Vor dem Hintergrund, dass Universitäten bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030 eine besondere Rolle zukommt, gab es bereits im Februar 2017 erste Überlegungen zum Projekt UniNEtZ. Universitäten können durch die Bereitstellung von vorhandener Expertise, einer kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen, der Ausbildung von verantwortungsbewussten EntscheidungsträgerInnen, und als Pioniere für nachhaltige Maßnahmen wesentliche Beiträge zu nachhaltiger Entwicklung leisten.

OS4S: Wie ging es nach den ersten Überlegungen weiter?

UniNEtZ-Team: Im Zuge einer intensiven Konkretisierungs- und Vorbereitungsphase des Vorhabens haben sich WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus 16 Partnerinstitutionen mit dem Ziel zusammengeschlossen, ein Optionenpapier für die österreichische Bundesregierung zu erstellen. Dieses Optionenpapier identifiziert und evaluiert zukunftsorientierte Handlungsoptionen zur Umsetzung der Agenda 2030 in Österreich. Im Sinne eines kurzfristigen Zwischenziels soll die Republik Österreich bei ihrer Verpflichtung der Berichtlegung gegenüber dem High-level Political Forum unterstützt werden. Zudem steht aber auch die Verankerung des Prinzips Nachhaltigkeit in den Handlungsfeldern der Universitäten – also Lehre, Forschung, Betrieb und Governance – als Ziele im Vordergrund.

OS4S: Sie geben in der Projektbeschreibung an: „Aufgrund des breiten Spektrums an Expertise ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte“. Geben Sie bitte Beispiele, um dies zu konkretisieren.

UniNEtZ-Team: Durch die intensive Kooperation der WissenschaftlerInnen unterschiedlichster Fachbereiche und Universitäten wird der interuniversitäre und interdisziplinäre Austausch gestärkt. Auf diese Weise wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die SDGs in vielfacher Weise verbunden sind und ein breites Spektrum an Expertise für die Ausarbeitung von Handlungsoptionen erforderlich ist. Gleichzeitig gestaltet sich die Arbeit innerhalb von UniNEtZ als dynamischer und innovativer Prozess, der insbesondere auch von der Vielfalt an Perspektiven sowie Herangehensweisen lebt und für alle Beteiligten immer wieder die Möglichkeit eröffnet, sich mit Ideen einzubringen.

OS4S: Neben der Mitwirkung von WissenschaftlerInnen zielt das Projekt auch auf die Einbindung von Studierenden ab. Inwiefern spielen Studierende eine Rolle im Projekt UniNEtZ?

UniNEtZ-Team: Da Studierende nicht nur die Mehrheit der Universitätsangehörigen darstellen, sondern unter anderem auch als wichtige MultiplikatorInnen für eine nachhaltige Entwicklung wirken können, war den Projektverantwortlichen bereits von Beginn an die Einbindung von Studierenden in UniNEtZ ein zentrales Anliegen. Nach dem Prinzip der “Einbindung auf Augenhöhe” haben Studierende die Möglichkeit, wie andere Mitwirkende auch, in den einzelnen Arbeitsgruppen mitzuarbeiten. So können sie ihre studentische Perspektive einbringen. Einzelne Studierende sind dabei als studentische Hilfskräfte tätig. Außerdem können Studierende eine Abschlussarbeit im Rahmen von UniNEtZ verfassen. Hierzu wurde eine SDG-Abschlussarbeitenbörse unter www.uninetz.at/abschlussarbeitenboerse eingerichtet. Hier kann man sich nicht nur auf ausgeschriebene Arbeiten bewerben, sondern auch selbst Vorschläge einbringen. Der studentische Verein forum n koordiniert die Einbindung von Studierenden und versucht beispielsweise durch Veranstaltungen an den Universitäten auf UniNEtZ und damit auch auf die SDGs aufmerksam zu machen.

OS4S: Welchen gesellschaftlichen Mehrwert kann UniNEtZ leisten?

UniNEtZ-Team: Durch die Arbeit im Projekt UniNEtZ und der Ausarbeitung von konkreten Optionen zur Umsetzung der SDGs werden Wege aufgezeigt, wie großen und zentralen Herausforderungen im 21. Jahrhundert auf österreichischer Ebene begegnet werden kann. Dazu zählen beispielsweise Klimawandel, Artenverlust und zunehmende soziale Ungleichheiten. In diesem Sinne möchte UniNEtZ einen Beitrag zur Lösung lebensweltlicher Probleme der Gesellschaft leisten und dabei mögliche positive Zukunftsbilder aufzeigen.

OS4S: Welche Ziele verfolgen Sie in der Zukunft. Wie geht es weiter?

UniNEtZ-Team: Die primären Ziele von UniNEtZ sind die Fertigstellung des Optionenberichts zur Umsetzung der SDGs in Österreich, eine stärkere Vernetzung der Universitäten sowie die Stärkung des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft – also der sogenannten Third Mission. Alle drei Anliegen werden in den kommenden Monaten verstärkt wahrgenommen.

OS4S: Wie werden diese Ziele erreicht werden?

UniNEtZ-Team: Die ersten Optionen werden die UniNEtZ-Mitwirkenden bis Ende Oktober 2020 fertigstellen. In weiterer Folge werden sie die Wechselwirkungen zwischen einzelnen SDGs stärker in den Blick nehmen. Wesentlich dabei sind auch der Austausch und die Zusammenarbeit mit Stakeholdern (unter anderem aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft). Eine praxisnahe Ausgestaltung der Optionen wird damit gewährleistet. Dazu ist unter anderem Anfang 2021 ein zweitägiger Workshop geplant. Dabei werden auch die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen SDGs im Fokus stehen. Zusätzlich wird aktuell unsere Homepage neugestaltet sowie der Launch von Social-Media-Kanälen im Herbst 2020 vorbereitet. Damit soll die Arbeit von UniNEtZ bestmöglich auch nach außen sichtbar und zugänglicher gemacht werden. Bei der Abschlussveranstaltung des Projekts im Herbst 2021 wird der Optionenbericht der Bundesregierung übergeben.

OS4S: Gibt es abschließend noch etwas, was Sie der Leserin und dem Leser mitteilen möchten?

UniNEtZ-Team: Die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 SDGs ist ein ambitioniertes Vorhaben, bei dem es in dem Sinne keine einfachen Lösungen gibt. Es sind kreative Ideen und Handlungen nicht nur von Seiten der Wissenschaft gefragt. Wir ermutigen hiermit die LeserInnen, sich mit den SDGs auseinanderzusetzen. Machen wir uns Gedanken, wie eine Umsetzung im eigenen Lebensalltag realisiert werden kann.

OS4S: Vielen Dank für das Gespräch.

UniNEtZ-Team: Danke auch!

 

Weiterführende Informationen

  • UniNEtZ: hier
  • Allianz nachhaltige Universitäten in Österreich: hier
  • Agenda 2030 und ihre SDGs: hier

 

Beitrag 4 der Serie „Das war der Sustainability Award 2020“.