Nachhaltigkeit in der Lehre an der UNi Graz

(Karl-Franzens-Universität Graz)

Bachelor-, Master- und Doktoratsstudien Umweltsystemwissenschaften

Die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung verlangen interdisziplinäre Ansätze und vernetztes Denken. Naturwissenschaftliche, technische sowie sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte müssen integriert werden, um nichtlinearen und stark vernetzten Zusammenhängen in Umweltsystemen näher zu kommen. Die Grundidee der Studien der Umweltsystemwissenschaften an der Universität Graz ist es, aufbauend auf einer fundierten fachspezifischen Ausbildung die Grundlagen und Methoden weiterer Disziplinen zu erlernen und Verbindungen zwischen diesen herzustellen. Es geht dabei nicht nur um die Analyse der einzelnen Elemente eines Systems, sondern insbesondere um die Vernetzung dieser Elemente untereinander und um Verständnis für die Dynamik und Komplexität von Umwelt, und Gesellschaft.

Die umweltsystemwissenschaftlichen Studien an der Universität Graz werden auf Bachelorebene mit den Fachschwerpunkten Betriebswirtschaft, Volkswirtschaftslehre, Geographie und NAWI-Tech angeboten. Auf Masterebene gibt es die Fachschwerpunkte Nachhaltigkeitsorientiertes Management, Volkswirtschaftslehre, Geographie und NAWI-Tech. Jeder Fachschwerpunkt bietet eine solide Grundausbildung im jeweiligen Fachbereich. Die Studierenden legen sich zu Beginn des Studiums auf einen Fachschwerpunkt fest und werden mit dieser Wahl zu FachexpertInnen. Diese Kenntnisse werden durch eine fundierte Ausbildung in den Systemwissenschaften ergänzt und in weiterer Folge in interdisziplinären Teams praktisch genutzt und auf umwelt- und nachhaltigkeitsrelevante Fragestellungen angewandt.

AbsolventInnen der Studien der Umweltsystemwissenschaften finden, abhängig vom gewählten Fachschwerpunkt, ein breites Feld beruflicher Möglichkeiten vor. Sie sind aufgrund ihrer interdisziplinären Ausbildung und dem system- und formalwissenschaftlichen Methodenrepertoire besonders für die Arbeiten in interdisziplinären Teams an der Nahtstelle zwischen verschiedensten Fachbereichen qualifiziert. Auf dem Arbeitsmarkt wird diese ausgeprägte umweltsystemwissenschaftliche Qualifizierung sehr geschätzt und als wertvolle Zusatzkompetenz zur Fachschwerpunktausbildung nachgefragt. Speziell die Fähigkeiten des schnellen Einarbeitens in neue Problemstellungen sowie systemisches Verständnis für die Komplexität großer Projekte und Arbeitsgruppen bereiten die AbsolventInnen der Studien der Umweltsystemwissenschaften bestens für ihre zukünftige berufliche Tätigkeit vor.

Weitere Informationen über die Studien der Umweltsystemwissenschaften sowie die Curricula sind unter am Unigate unter Lebensraum Erde (http://www.unigate.at/assessments?view=topic) oder unter https://umweltsystemwissenschaften.uni-graz.at/ verfügbar. Ansprechperson ist Frau Klaudia Kramer im USW-Koordinationsbüro (klaudia.kramer@uni-graz.at).

 

Masterstudium Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung

Das Masterstudium Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung baut auf dem Bachelorstudium Geographie auf und ist stark anwendungsorientiert. Drei der Module des Studiums widmen sich unterschiedlichen Perspektiven der Stadt- und Regionalentwicklung unter dem übergeordneten Aspekt der Nachhaltigkeit, je ein weiteres Modul den Geotechnologien (Geographische Informationssysteme, Geographische Fernerkundung, Kartographie), Partizipation und Kommunikation sowie integrativ-geographischen Ansätzen der Mensch-Umwelt-Beziehung. Ziel des Studiums ist es, den Absolventinnen und Absolventen neben der Qualifikation zu theoriegeleiteter wissenschaftlicher Arbeit die methodischen Werkzeuge zur Befassung mit angewandten Problemen der Stadt- und Regionalentwicklung zu vermitteln. Das Konzept der Nachhaltigkeit dient dabei als Grundwert und theoretische Hintergrundfolie.

Absolventinnen und Absolventen sollen also auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis an Lösungen zu komplexen Problemstellungen in den namengebenden Bereichen beitragen und so an der Gestaltung nachhaltiger Entwicklungsprozesse in Städten und Regionen mitwirken können.

Das Curriculum des Studiums Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung ist unter https://static.uni-graz.at/fileadmin/urbi-institute/Geographie/downloads/studienplaene/2011/MA_NH_Stadt_11W_mitteilungsbl.pdf abrufbar. Ansprechperson ist der Vorsitzende der Curricula-Kommission Geographie, Gerhard Karl Lieb (gerhard.lieb@uni-graz.at).

 

Masterstudium Industrial Ecology

“Industrial Ecology“ (IE) ist ein aufstrebender interdisziplinärer Themenbereich, der sich sowohl Erkenntnissen der Natur- und Sozialwissenschaften als auch der technischen Wissenschaften bedient. Mit diesen soll eine ganzheitliche Systembetrachtung ermöglicht werden, die verschiedene Ebenen von global und national über regional bis lokal berücksichtigt und Verbindungen und Rückkopplungen zwischen industriellen Tätigkeiten, menschlichen Aktivitäten und ökologischen Prozessen analysiert. Wesentliche Instrumente der IE sind dabei die Lebenszyklusanalyse, die Materialflussanalyse oder die Input/Output-Analyse.

Mit dem IE-Masterstudium soll es den Studierenden ermöglicht werden, wesentlich zum Verständnis und zur Entwicklung und Formulierung von Lösungsvorschlägen für komplexe Problemlagen beizutragen, welche den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft unterstützen.

Das IE-Masterstudium wird vollständig auf Englisch abgehalten und dauert vier Semester. Sein Curriculum ist unter https://online.unigraz.at/kfuonline/wbMitteilungsblaetterneu.display?pNr=14888&pDocNr=3772092&pOrgNr=14190 zu finden.

Ansprechperson: Dr. Ralf Aschemann, Universität Graz, Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, ralf.aschemann@uni-graz.at.

 

Joint International Master in Sustainable Development

Die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklung wird zunehmend von den Akteuren auf nationalen und internationalen Ebenen erkannt; die damit einhergehenden komplexen Herausforderungen lassen sich aus der Sicht einzelner Disziplinen und Perspektiven jedoch schwer meistern. Die Integration von Inter- und Transdisziplinarität ist allerdings nur eine Säule, die für das Meistern dieser Herausforderungen notwendig ist:  Nachhaltigkeitsprobleme enden selten an Ländergrenzen, sondern erfordern internationale Zusammenarbeit.

Aus dieser Überlegung heraus scheint es nur sinnvoll, auch Masterprogramme zum Thema nachhaltiger Entwicklung entsprechend zu organisieren.

Der Joint International Master in Sustainable Development, der von der Universität Graz gemeinsam mit der Universität Leipzig, der Universität Utrecht und der Ca Foscari Universität in Venedig angeboten wird, setzt genau hier an. Studierende belegen nach Absolvierung eines interdisziplinären Einführungsmoduls (1. Semester) einen Spezialisierungstrack aus Sozial- oder Naturwissenschaften an einer der Partneruniversitäten (2. Semester); neben dem Kern-Konsortium bieten auch die Universität Basel und die Universität Hiroshima Spezialisierungen an. Die internationale Ausrichtung des Masters wird verstärkt durch Mobilitätsoptionen in Indien und Südafrika. Im 3. Semester belegen Studierende ein interdisziplinäres Integrationsmodul mit weiteren Spezialisierungsmöglichkeiten; das Studium wird schließlich mit einer international begutachteten Masterarbeit abgeschlossen.

Der Zugang zum Masterstudium ist beschränkt und die geeignetsten KandidatInnen werden im Rahmen eines Selektionsverfahrens ausgewählt; pro Jahr akzeptiert die Universität Graz ca. 15-20 neue Studierende. Informationen zum Studium (in englischer Sprache) finden sich auf der Website des Masterprogramms: www.jointdegree.eu/sd. Ansprechperson ist der akademische Koordinator des Programms, Thomas Brudermann (thomas.brudermann@uni-graz.at)