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Interview: UniNEtZ und SDG-Umsetzungsprozess

Das Projekt UniNEtz verbindet österreichische Universitäten und fördert Zusammenarbeit im Sinne der nachhaltigen Entwicklung. Nachgefragt bei Helga Kromp-Kolb: Welchen Wert hat UniNEtZ und welche Aktivitäten sind in den nächsten

Monaten zu erwarten?

SDGs in Forschung, Lehre, Weiterbildung, Responsible Science und im Hochschulmanagement

Österreich hat sich im Jahr 2015 zur Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) bekannt. Heute, fünf Jahre später, liegt der erste Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich vor (hier). Zahlreiche Universitäten und Wissenschafterinnen und Wissenschafter agieren im Projekt „UniNEtZ – Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele“. Dabei werden mehrere Ziele verfolgt. Zum einen wird ein Katalog von Optionen, wie Österreich die SDGs umsetzen kann, erstellt (Optionenbericht). Zum anderen befassen sich die beteiligten Universitäten mit den SDGs in Forschung, Lehre, Weiterbildung, Responsible Science und im Hochschulmanagement. Aber auch die interdisziplinäre und multisektorale Vernetzung sowie Schaffung neuer Kooperationen und Neukombination von Wissen sind essentiell. Herausgegangen aus der Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich repräsentiert das Projekt UniNEtZ ein breites Spektrum an Expertise aus Sozial- und Naturwissenschaften, Technik, Kunst und Musik.

Nachgefragt bei Helga Kromp-Kolb

Helga Kromp-Kolb ist Mitglied des UniNEtz-Lenkungsausschuss (LA), welcher als dreiköpfiges Gremium das UniNEtZ-Projekt federführend leitet. Der LA agiert auf strategischer sowie operativer Ebene. Kromp-Kolb beschreibt den Wert von UniNEtZ für den nationalen SDG-Umsetzungsprozess aus ihrer Sicht. Zudem blickt sie in die Zukunft und schildert künftige Projektaktivitäten.

OS4S: Welchen Wert hat UniNEtZ für den SDG-Umsetzungsprozess in Österreich?

Kromp-Kolb: UniNEtZ trägt in mehrfacher Weise zur Umsetzung der SDGs in Österreich bei. Ganz direkt kann ein Optionenbericht der Bundesregierung beziehungsweise der Verwaltung zur Umsetzung der SDGs Ideen und Argumente liefern und so den Umsetzungsprozess vorantreiben. Darüber hinaus veranlasst UniNEtZ derzeit bereits rund 350 Wissenschafterinnen und Wissenschafter sich intensiv mit den SDGs zu befassen.

OS4S: Mit welchen Auswirkungen?

Kromp-Kolb: Das wird sich in deren Arbeit – also Forschung, Lehre, Third Mission – niederschlagen. Über die Lehre und über die direkte Einbindung von Studierenden werden Akademikerinnen und Akademiker von den Universitäten abgehen und in die diversen Berufe eintreten, die mit den SDGs und deren Bedeutung vertraut sind. Das wird Auswirkungen auf deren Entscheidungen und Tun und auch auf ihr Umfeld haben. Schließlich bezieht UniNEtZ auch Stakeholder ein und beeinflusst auch auf diesem Weg die österreichische Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Im Idealfall kann von UniNetz in Summe ein starker Impuls ausgehen. Die bisherigen Erfahrungen in der Halbzeit des Projektes sind vielversprechend.

OS4S: Welche Projektaktivitäten sind nach Halbzeit des Projektes zu erwarten?

Kromp-Kolb: Die UniNEtZ Projektpartner sind derzeit dabei, die ausgewählten Optionen im Detail auszuarbeiten. Die Ergebnisse werden einem Reviewprozess unterzogen und gleichzeitig findet ein intensiver Dialog mit Stakeholdern zu diesen Optionen statt. In einem nächsten Schritt werden dann Optionen überarbeitet. Durch Bündelung von Optionen sollen nächstes Jahr für eine Auswahl grundlegender Probleme der österreichischen Gesellschaft Lösungsvorschläge erarbeitet werden.

OS4S: Wann wird dieser Optionenbericht erscheinen?

Kromp-Kolb: Ende 2021 wird der fertige Optionenbericht vorgestellt werden.

OS4S: Danke.

Kromp-Kolb: Ich danke.

Weiterführende Informationen

  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier