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Im Gespräch: UniNEtZ-Arbeitsgruppe SDG 2

Nachgefragt bei Laura Hundscheid, Koordinatorin der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 2: Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe? Welche Motivation steckt dahinter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe?

Hunger beenden und Ernährungssicherheit garantieren

Die Arbeitsgruppe zum SDG 2 „Kein Hunger“ behandelt evidenzbasiert, interdisziplinär und hochschulübergreifend unterschiedliche Aspekte, um Hunger in all seinen Formen zu beenden. Wie die Unterziele des SDG 2 – beispielsweise der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft, gleichen Verteilung und Konsum von Nahrungsmitteln, Erreichung einer besseren Ernährung und Schaffen von Ernährungssicherheit für alle – erfolgreich realisiert werden können, stehen im Fokus dieser Arbeitsgruppe. Daran beteiligt sind Vertreterinnen und Vertreter der Universität für Bodenkultur Wien.

Nachgefragt Laura Hundscheid

Laura Hundscheid ist gemeinsam mit Andreas Melcher für die Koordination der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 2 zuständig und behandelte in ihrer Dissertation das Thema der ‚Protein Transition‘ in Österreich als Beitrag zur Erreichung des SDG 2. Hundscheid beschreibt die Dringlichkeit der Umstellung der Ernährungssysteme, die Ernährung als Schlüsselelement zur Erreichung der Entwicklungsziele und den Handlungsbedarf in Österreich.

OS4S: Welche Motivation und Notwendigkeit spornen Ihre Arbeitsgruppe an?

Hundscheid: Zum einen motiviert uns die Dringlichkeit der Umstellung unserer Ernährungssysteme. Diese Umstellung ist eine elementare Grundlage zur Erreichung der SDGs und auch der Klimaziele. United Nations hat beispielsweise in ihrem jüngsten Bericht „The Future is now“ zum Status Quo und zur Umsetzung einer zukunftsträchtigen Entwicklung nachhaltigere Ernährungssysteme und gesunde Ernährung als einen von sechs Schlüsselelemente zur Erreichung der SDGs genannt. Dabei geht es gleichermaßen um die Umgestaltung der Nahrungsmittelproduktion und auch um die Änderung unseres Konsumverhaltens. Hier müssen wir ganz klar sehen, dass auch in Österreich dringender Handlungsbedarf besteht.

Zum anderen motiviert der innovative Ansatz des Projektes und die damit hoffentlich einhergehende starke Hebelwirkung. Die Besonderheit von UniNEtZ liegt nämlich darin, dass sich WissenschaftlerInnen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zusammengeschlossen haben, um einen Beitrag zur Umsetzung der SDGs zu leisten. Genauso wie die SDGs in vielfacher Weise miteinander verbunden sind, können sie auch nur auf inter- und transdisziplinäre Weise umgesetzt werden. Genau dafür bietet das Projekt eine ideale Grundlage. Es arbeiten über 200 WissenschaftlerInnen aus Bereichen der Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Technik, Kunst und Musik zusammen. Zudem gibt es eine große Schnittstelle und einen ständigen Austausch mit Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit.

OS4S: Wie kann man sich die Aktivitäten und Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe vorstellen?

Hundscheid: Schon unsere Kern-Arbeitsgruppe ist interdisziplinär aufgebaut. Sie setzt sich aus VertreterInnen aus Bereichen der Agrar-, Ernährungs-, Politikwissenschaften sowie Agrar-, und Gewässerökologie und der Veterinärmedizin zusammen. Es geht bei der Zusammenarbeit Großteils um den Wissensaustausch, Verständnisabgleich und die Generierung von möglichst holistischem Systemwissen, um effektive politische Handlungsempfehlungen abgeben zu können. Gleichzeitig stehen wir im regen Austausch mit unseren Projekt-KollegInnen aus anderen SDG-Arbeitsgruppen, sowie relevanten Stakeholdern.

Als besonders wichtige Aufgabe betrachten wir die Integration der SDGs in die Hochschulbildung. Denn die Universitäten leisten als ‚Zukunftswerkstätten der Gesellschaft‘ einen erheblichen Beitrag zu Umsetzung der SDGs.

OS4S: Welchen Mehrwert schafft die Arbeit Ihrer Arbeitsgruppe? Geben Sie bitte einen Ausblick, wie es weitergehen kann.

Hundscheid: Der Mehrwert, den die Arbeitsgruppe zum SDG 2 schafft, ist zum einen ein Beitrag zur ‚Third Mission‘ der Universitäten bezüglich der SDGs. Es entstehen Partnerschaften nicht nur zu anderen Forschungsinstituten, sondern auch zu VertreterInnen aus weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Dadurch wird ein intensiver, langfristiger Austausch zwischen Gesellschaft, Politik und Wissenschaft gestärkt. Die Arbeitsgruppe liefert außerdem durch Datenerhebungen einen Beitrag zum Indikatoren-Monitoring.

OS4S: Danke.

Hundscheid: Ich danke.

Das ist ein Beitrag der OS4S-Serie „UniNEtZ-Arbeitsgruppen im Gespräch“ im Jahr 2020 auf openscience4sustainability.at.

Weiterführende Information

  • Arbeitsgruppe zum SDG 2: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier
  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier