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Im Gespräch: UniNEtZ-Arbeitsgruppe SDG 9

Nachgefragt bei Daniela Schrack, Leiterin der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 9: Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe? Welche Motivation steckt dahinter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe?

Widerstandsfähige Infrastruktur sowie nachhaltige Industrialisierung und Innovation

Die Arbeitsgruppe zum SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ behandelt evidenzbasiert, interdisziplinär und hochschulübergreifend unterschiedliche Aspekte, um zukunftsfähige Infrastruktur und Industrie aufzubauen und nachhaltige Innovationen zu fördern. Wie die Unterziele des SDG 9 –  beispielsweise der Aufbau einer belastbaren Infrastruktur und dessen gleichberechtigter Zugang, die Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse oder der Unterstützung der Entwicklung des menschlichen Wohlbefindens durch eine verbesserte Forschung und umweltverträglicher Technologien – erfolgreich realisiert werden können, steht im Fokus dieser Arbeitsgruppe.

 Nachgefragt bei Daniela Schrack

Daniela Schrack ist Senior Scientist am Institute for Integrated Quality Design der Johannes-Kepler-Universität Linz. Als Leiterin ist sie verantwortlich für die Koordination der Arbeitsgruppe zum SDG 9 im Rahmen des Projektes UniNEtZ. Schrack beschreibt die Notwendigkeit für eine nachhaltigkeitsorientierte Transformation der Infrastruktur und Industrie.

OS4S: Welche Motivation und Notwendigkeit spornen Ihre Arbeitsgruppe an?

Schrack: Im Rahmen des SDG 9 geht es um wirtschaftsbezogene Nachhaltigkeitsziele. Es geht darum, eine widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen, eine breitenwirksame und nachhaltigkeitsorientierte Industrialisierung zu fördern und Innovationen zu unterstützen. Das SDG 9 wird dabei in den Kontext des Megatrends ‚Circular Economy‘ eingebettet. Dabei werden Kreislaufführung von Produkten und Materialien, ökologische Logistik und die Nutzung erneuerbarer Energien mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verknüpft. Daher müssen vor diesem Hintergrund unternehmerische Innovationsprozesse zunehmend einen Beitrag zu kreislauffähigen Produkten und daran gekoppelten Dienstleistungen leisten. Dazu zählen beispielsweise Rücknahme, Reparatur und Wiederaufbereitung von Produkten. Die Infrastrukturen müssen die Kreislauftransformation der Industrie unterstützen. Das Ziel sollte daher sein, mit der Umsetzung des SDG 9 Strukturen zu schaffen, um auch die Umsetzung anderer SDGs wie dem SDG 7, SDG 11 oder SDG 12 zu unterstützen. Eine wesentliche Motivation hierbei ist die klare Notwendigkeit für eine nachhaltigkeitsorientierte Transformation der Infrastruktur und Industrie.

OS4S: Wie kann man sich die Aktivitäten und Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe vorstellen?

Schrack: In der Arbeitsgruppe wird ein Multi-Stakeholder-Prozess verfolgt. Der Wissens- und Informationsaustausch findet primär in Form von Workshops und ExpertInnenbefragungen statt. Von Anfang an wurde bereits auf die Einbindung von ExpertInnen und Stakeholdern aus Industrieunternehmen, Forschungsgesellschaften und der Wissenschaft Wert gelegt. Als Vorbereitung für die Erarbeitung der politischen Handlungsoptionen wurden schriftliche und telefonische ExpertInnen-Interviews durchgeführt. Im Bereich der Güterverkehrsinfrastruktur wurde die JKU Linz von der TU Graz unterstützt.

OS4S: Welchen Mehrwert schafft die Arbeit Ihrer Arbeitsgruppe? Geben Sie bitte einen Ausblick, wie es weitergehen kann.

Schrack: Durch die Ausarbeitung der politischen Handlungsoptionen für das SDG 9 werden Problembereiche und dringende Handlungsfelder im Bereich der Infrastruktur, Industrie und Forschungsförderung identifiziert und hervorgehoben. Des Weiteren werden Zusammenhänge zu anderen Forschungsbereichen und Synergien zu anderen SDGs werden aufgedeckt. Die Einbindung unterschiedlichster Stakeholder ermöglicht das Erlangen eines breiten Verständnisses für die Problembereiche und Handlungsoptionen. In diesem Sinne ist für die nächsten Monate geplant, die ausgearbeiteten politischen Handlungsoptionen einzelnen ExpertInnen zur Kommentierung zukommen zu lassen. Darüber hinaus wird ein finaler Workshop mit allen interessierten Stakeholdern stattfinden, in dem die Forschungsergebnisse vorgestellt werden.

OS4S: Danke.

Schrack: Ich danke.

Das ist ein Beitrag der OS4S-Serie „UniNEtZ-Arbeitsgruppen im Gespräch“ im Jahr 2020 auf openscience4sustainability.at.

Weiterführende Information

  • Arbeitsgruppe SDG 9: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier
  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier