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Im Gespräch: UniNEtZ-Arbeitsgruppe SDG 8

Nachgefragt bei Friedrich Hinterberger, Koordinator der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 8: Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe? Welche Motivation steckt dahinter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe?

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit

Die Arbeitsgruppe zum SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ behandelt evidenzbasiert, interdisziplinär und hochschulübergreifend unterschiedliche Aspekte, um dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Verringerung der Arbeitslosigkeit und menschenwürdige Arbeit zu fördern. Wie die Unterziele des SDG 8 – beispielsweise eine höhere wirtschaftliche Produktivität durch Modernisierung und Innovation, die Förderung von entwicklungsorientierter Politik, die Verbesserung der weltweiten Ressourceneffizienz, Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung, Verringerung der Arbeitslosigkeit oder die Abschaffung von Zwangsarbeit und Sklaverei – erfolgreich realisiert werden können, steht im Fokus dieser Arbeitsgruppe.

Nachgefragt bei Friedrich Hinterberger

Friedrich Hinterberger ist Volkswirt und Senior Scientist an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Er koordiniert gemeinsam mit Eva Maria Stadler die Arbeitsgruppe zum SDG 8 im Projekt UniNEtZ. Hinterberger beschreibt Zusammenhänge zwischen Arbeit, Wirtschaft und der Agenda 2030.

OS4S: Welche Motivation und Notwendigkeit spornen Ihre Arbeitsgruppe an?

Hinterberger: Arbeit und Wirtschaft sind zentrale Themen in unserer Gesellschaft, die als Treiber und Effekte zur Erreichung anderer SDG-Ziele große Bedeutung haben. Oft werden diese aber übersehen, wenn Wirtschaft unabhängig von sozialen und ökologischen Fragen diskutiert wird. Das Wirtschaftswachstum des späten 20. Jahrhunderts war ein historischer Ausreißer. Es bildet aber immer noch ein Leitbild für Wirtschaft und Gesellschaft. Das gleiche gilt für die Erwerbsarbeit. Wir denken und arbeiten über diese Sichtweisen hinaus.

OS4S: Wie kann man sich die Aktivitäten und Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe vorstellen?

Hinterberger: Unsere Arbeitsgruppe ist relativ klein. Die Mitglieder kommen von zwei Universitäten, nämlich von der Johannes-Kepler-Universität Linz und der Universität für Angewandte Kunst Wien. Wir treffen uns alle Monate. Seit März machen wir das notgedrungen virtuell. Darüber hinaus ist es uns gelungen, externe Zuarbeiten auf Vertragsbasis zu erhalten. So ist insgesamt ein zirka 200 Seiten starkes Dokument entstanden, das wir mit vielen Menschen in- und außerhalb von UniNEtZ diskutieren. 

OS4S: Welchen Mehrwert schafft die Arbeit Ihrer Arbeitsgruppe? Geben Sie bitte einen Ausblick, wie es weitergehen kann.

Hinterberger: Gerade in Zeiten von COVID-19 sind die von uns beschriebenen Zusammenhänge wichtig. Eine unserer Leitfragen lautet: Wie kommen wir aus der größten Krise seit 100 Jahren heraus, ohne uns wieder in die alte Wachstumsabhängigkeit zu begeben und gleichzeitig die anderen in der Agenda 2030 formulierten Ziele zu erreichen? Wir möchten mit unseren Thesen und Optionen dem öffentlichen Diskurs wesentliche Anstöße geben, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen – jetzt und in Zukunft.

OS4S: Danke.

Hinterberger: Ich danke.

Das ist ein Beitrag der OS4S-Serie „UniNEtZ-Arbeitsgruppen im Gespräch“ im Jahr 2020 auf openscience4sustainability.at.

Weiterführende Information

  • Arbeitsgruppe SDG 8: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier
  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier