Back to list

Im Gespräch: UniNEtZ-Arbeitsgruppe SDG 4

Nachgefragt bei Franz Rauch, Leiter der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 4: Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe? Welche Motivation steckt dahinter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe?

Gewährleistung einer gerechten Qualitätsbildung und Förderung lebenslangen Lernens

Die Arbeitsgruppe zum SDG 4 „Hochwertige Bildung“ behandelt evidenzbasiert, interdisziplinär und hochschulübergreifend unterschiedliche Aspekte, um ein hochqualitatives Bildungsangebot zu gewährleisten und lebenslanges Lernen zu fördern. Wie die Unterziele des SDG 4 – beispielsweise die kostenlose und hochwertige Schulbildung für Mädchen und Jungen, der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern in der universitären Bildung, das Bauen und Ausbauen von Bildungseinrichtungen, das Erlernen von Lesen und Schreiben aller Menschen und die Möglichkeit auf Beschäftigung durch entsprechende Qualifikationen – erfolgreich realisiert werden können, steht im Fokus dieser Arbeitsgruppe.

 Nachgefragt bei Franz Rauch

Franz Rauch ist Leiter der Arbeitsgruppe zum SDG 4 im Rahmen des Projektes UniNEtZ mit den Arbeitsschwerpunkten Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung, Schulentwicklung, Aktionsforschung und Science Education. Er ist außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung an der Universität Klagenfurt. Rauch spricht über die Verantwortung der Gesellschaft, die Zusammenarbeit der Universitäten zur Erarbeitung des Positionspapiers und ihrem großen Engagement der Mitwirkenden.

OS4S: Welche Motivation und Notwendigkeit spornen Ihre Arbeitsgruppe an?

Rauch: Das 21. Jahrhundert ist von großen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, den sogenannten ‘Grand Challenges’ geprägt. Neben den politischen EntscheidungsträgerInnen sind auch alle anderen Teile der Gesellschaft, allen voran Wissenschaft und Bildung, angehalten, Verantwortung zu übernehmen. Lösungen zu finden, die zu einer umfassenden Transformation in Richtung nachhaltiger und lebenswerter Zukunft beitragen, sind essenziell. Voraussetzung hierfür ist die gemeinsame und aktive Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen, die zu tiefgreifenden Veränderungen im Denken und Handeln der Menschen führt.

OS4S: Wie kann man sich die Aktivitäten und Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe vorstellen?

Rauch: Die Patenschaft für das SDG 4 haben die Universität Klagenfurt (Anm: Franz Rauch, Leitung; Caroline Weberhofer, Koordination; Stefanie Preiml, studentische Mitarbeiterin) und die Universität Innsbruck (Anm: Lars Keller, Leitung; Thomas Allmer, Koordination) übernommen. Die Mitwirkenden am SDG 4 sind zurzeit VertreterInnen von 16 österreichischen Universitäten und VertreterInnen von relevanten Stakeholdern für das SDG. Dazu zählen zum Beispiel VertreterInnen aus dem Bildungsministerium, den Pädagogischen Hochschulen, vom Runden Tisch Hochschulbildung Global und vom forum n. In einem ersten Schritt wurden in der AG relevante Stakeholder definiert und mögliche Optionen zusammengestellt. Es folgte die gemeinsame Ausarbeitung eines Positionspapiers. In Teams wird an 25 Optionen für das SDG 4 gearbeitet. In regelmäßigen Abständen finden Onlinemeetings sowohl innerhalb der Optionengruppen und des Leitungsteams, als auch von allen KoordinatorInnen der Optionen statt. Damit versuchen wir, trotz der großen Zahl an Optionen, die Entwicklung der Optionen in einem koordinierten und reflektieren Prozess zu ermöglichen.

OS4S: Welchen Mehrwert schafft die Arbeit Ihrer Arbeitsgruppe? Geben Sie bitte einen Ausblick, wie es weitergehen kann.

Rauch: Durch die Beteiligung von AkteurInnen und ExpertInnen aus verschiedenen Disziplinen und Bereichen des Bildungssystems wird es möglich, die Anliegen von SDG 4 in ausreichender Komplexität zu bearbeiten. Mit dem Positionspapier ist es gelungen, eine gemeinsame begriffliche Basis und Orientierung zu erarbeiten. Die Themen der einzelnen Optionen spiegeln die Interessen und Expertisen der Mitwirkenden an der SDG 4-Arbeitsgruppe wider. Es entsteht gerade mit hohem Engagement der Mitwirkenden ein Strauß von Analysen, Reflexionen und Maßnahmen zur Implementierung von SDG 4. In der nächsten Phase wird es darum gehen, auf Basis der vorliegenden Entwürfe, ein gut kommunizierbares Optionenbündel zu entwerfen. In einer weiteren Phase des Projektes UniNEtZ müssten Initiativen zur Umsetzung und begleitenden Erforschung der Optionen gesetzt werden.

OS4S: Danke.

Rauch: Ich danke auch.

Das ist ein Beitrag der OS4S-Serie „UniNEtZ-Arbeitsgruppen im Gespräch“ im Jahr 2020 auf openscience4sustainability.at.

Weiterführende Information

  • Arbeitsgruppe SDG 4: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier
  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier