Back to list

Im Gespräch: UniNEtZ-Arbeitsgruppe SDG 12

Nachgefragt bei Daniela Schrack, Leiterin der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 12: Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe? Welche Motivation steckt dahinter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe?

Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster

Die Arbeitsgruppe zum SDG 12 „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“ behandelt evidenzbasiert, interdisziplinär und hochschulübergreifend unterschiedliche Aspekte, um nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu gewährleisten. Wie die Unterziele des SDG 12 –  beispielsweise einer nachhaltigen Bewirtschaftung und effizienten Nutzung natürlicher Ressourcen, ein umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien und Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus und Verringern der nachteiligen Auswirkung auf die menschliche Gesundheit und Umwelt, das Senken des Abfallaufkommens durch das Einhalten der fünf Stufen der Abfallhierarchie oder die Abschaffung schädlicher Subventionen, um ihren Umweltauswirkungen Rechnung zu tragen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Gegebenheiten der Entwicklungsländer – erfolgreich realisiert werden können, steht im Fokus dieser Arbeitsgruppe. Daran beteiligt sind Vertreterinnen und Vertreter der Johannes-Kepler-Universität Linz und der Montanuniversität Leoben.

Nachgefragt bei Daniela Schrack

Daniela Schrack ist Senior Scientist am Institute for Integrated Quality Design der Johannes-Kepler-Universität in Linz. Sie ist verantwortlich für die Koordination Arbeitsgruppe zum SDG 12 im Rahmen des Projektes UniNEtZ. Sie beschreibt die Problematik des steigenden Ressourcenverbrauchs, den Lösungsansätzen und Maßnahmen zur Ressourcenschonung und der Begleitung Österreichs auf dem Weg zum Vorreiter für eine funktionierende und effiziente Kreislaufwirtschaft.

OS4S: Welche Motivation und Notwendigkeit spornen Ihre Arbeitsgruppe an?

Schrack: Vor dem Hintergrund eines weltweit rapide steigenden Ressourcenverbrauchs bei gleichzeitigem Erreichen planetarer Belastbarkeitsgrenzen ist ein auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Strukturwandel im Bereich der Produktion und Konsumption unumgänglich. Im Rahmen von SDG 12 befassen wir uns mit dem Konzept der Kreislaufwirtschaft. Deren übergeordnetes Ziel ist es, mit den natürlichen Ressourcen effizienter umzugehen. Zudem geht es auch darum, eine bessere Kompatibilität der eingesetzten und genutzten Stoffe mit der natürlichen Umwelt zu erreichen. Unsere Arbeitsgruppe spornt vor allem an, das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwendung und Wiederverwertung, inklusive Maßnahmen zu Reparatur, Wiederaufbereitung sowie entsprechende Dienstleistungs- und Sharing-Konzepte zu verringern. Dazu gehören auch ein entsprechendes nachhaltiges Produktdesign, sowie betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement, nachhaltige Beschaffung. Und nicht zuletzt braucht es die Förderung des Bewusstseins und des Handelns im Sinne eines nachhaltigen Lebensstils in der Bevölkerung.

OS4S: Wie kann man sich die Aktivitäten und Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe vorstellen?

Schrack: In unserer Arbeitsgruppe arbeiten ForscherInnen von sieben österreichischen Universitäten eng zusammen. Neben regelmäßigen Workshops und Arbeitstreffen in Kleingruppen werden auch externe ExpertInnen in den Wissens- und Informationsaustausch, zum Beispiel durch Interviews, eingebunden.

OS4S: Welchen Mehrwert schafft die Arbeit Ihrer Arbeitsgruppe? Geben Sie bitte einen Ausblick, wie es weitergehen kann.

Schrack: Durch unsere Arbeit wollen wir Österreich auf dem Weg zum Vorreiter für eine funktionierende und effiziente Kreislaufwirtschaft unterstützen und somit als ‚Best Practice Beispiel‘ vorangehen. Dadurch sollen natürliche Ressourcen geschont, die regionale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, Arbeitsplätze geschaffen und die natürliche Umwelt sowie die Gesundheit der Menschen geschützt werden.

Durch die enge Zusammenarbeit von ForscherInnen aus verschiedensten Fachbereichen ist es möglich, ein ganzheitliches Verständnis für die Problembereiche und Handlungsoptionen im Rahmen von SDG 12 zu erlangen. Für die nächsten Monate ist geplant, die ausgearbeiteten politischen Handlungsoptionen weiteren ExpertInnen zur Kommentierung zukommen zu lassen. Darüber hinaus wird ein finaler Workshop mit allen an dem Thema interessierten ForscherInnen und Stakeholdern stattfinden. In dem werden die Ergebnisse unserer Arbeit vorgestellt.

OS4S: Danke.

Schrack: Ich danke.

Das ist ein Beitrag der OS4S-Serie „UniNEtZ-Arbeitsgruppen im Gespräch“ im Jahr 2020 auf openscience4sustainability.at.

Weiterführende Information

  • Arbeitsgruppe SDG 12: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier
  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier