Back to list

Im Gespräch: UniNEtZ-Arbeitsgruppe SDG 11

Nachgefragt bei Anke Strüver, Leiterin der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 11: Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe? Welche Motivation steckt dahinter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe?

Städte und Gemeinschaft nachhaltig gestalten

Die Arbeitsgruppe zum SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ behandelt evidenzbasiert, interdisziplinär und hochschulübergreifend unterschiedliche Aspekte, um Städte und menschliche Siedlungen integrativ, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten. Wie die Unterziele des SDG 11 – beispielsweise ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit Rücksicht auf die Bedürfnisse von Menschen, welche sicher, bezahlbar und nachhaltig sind, die Reduktion der Zahl von Naturkatastrophen und das Senken der von Städten ausgehenden Umweltbelastung mit besonderem Augenmerk auf Luftqualität und die kommunale Abfallbehandlung, oder die Gewährleistung des Zuganges zu Grünflächen und dem öffentlichen Raum – erfolgreich realisiert werden können, steht im Fokus dieser Arbeitsgruppe.

 Nachgefragt bei Anke Strüver

Anke Strüver ist Leiterin der UniNEtZ-Arbeitsgruppe zum SDG 11. Sie koordiniert gemeinsam mit Helmuth Kreiner die Bearbeitung des SDG 11 sowie die Erstellung des Optionenberichts. Strüver beschäftigt sich mit der Übertragung der Targets auf den österreichischen Kontext. Dazu zählt die Schaffung sozialräumlich gerechter und ökologisch zukunftsfähiger Lebensgrundlagen durch Transformation. Zudem geht es auch um die Neudefinition der Rolle von ExpertInnen in transdisziplinären Kooperationen.

OS4S: Welche Motivation und Notwendigkeit spornen Ihre Arbeitsgruppe an?

Strüver: Durch die stark wachsende Verstädterung und zunehmende Urbanisierung spielt das SDG 11 eine Schlüsselrolle für die lokale wie auch globale Nachhaltigkeit. Wir fokussieren die Schaffung von sozialräumlich gerechten und ökologisch zukunftsfähigen Lebensgrundlagen durch die Transformation hin zu sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Gemeinschaften mit resilientem Charakter. Hierfür erscheint uns die Gestaltung von Strukturen zentral, welche ein nachhaltiges Alltagsleben ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise bezahlbarer Wohnraum, zugängliche und nachhaltige Verkehrssysteme, partizipative Siedlungsplanung sowie inklusive Grünräume. Aus diesem Grund bevorzugen wir übrigens die englische Titulierung des SDG 11, ‘Sustainable cities and communities’, denn ‘communities’ adressieren wir auch als ‚Gemeinschaft‘ und das ‚Gemeinwesen‘.

OS4S: Wie kann man sich die Aktivitäten und Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe vorstellen?

Strüver: Wir haben aus der Diskussion zum SDG 11 anfänglich voranging die unzähligen Querschnittsthemen entlang der Targets diskutiert, um uns dann intensiver mit den Targets übertragen auf den österreichischen Kontext zu beschäftigen. Zurzeit führen wir diese Ergebnisse wieder zusammen und leiten daraus Umsetzungsoptionen ab. Das Thema Wohnen ist beispielsweise theoretisch in allen sieben Targets relevant und muss daher praktisch immer mitgedacht werden. Dabei spielen insgesamt die Wechselwirkungen zwischen den Targets, wie auch zu anderen SDGs, eine zentrale Rolle.

OS4S: Welchen Mehrwert schafft die Arbeit Ihrer Arbeitsgruppe? Geben Sie bitte einen Ausblick, wie es weitergehen kann.

Strüver: Die Themen des SDG 11 sind sehr alltagsnah und betreffen unmittelbar jedermann und jederfrau. Neben der eher abstrakten Sicherung globaler Nachhaltigkeit erscheinen uns die Ebenen der lokalen Interaktionen, neue Formen von Partizipation und das Erleben von Gemeinschaften, beziehungsweise Leben in Gemeinschaften zentral. Dafür müssen wir zukünftig stärker Alltagswissen sammeln. Und zwar nicht im klassischen Sinne empirisch wie etwa durch Befragungen, sondern vielmehr durch transdisziplinäre Kooperationen, welche die Rolle von ExpertInnen radikal neu definieren. Das heißt, dass sie die ExpertInnen-Rollen der WissenschaftlerInnen und klassischen Stakeholder relativieren und die Rollen und den Input der Praktizierenden des Stadt- und Gemeindelebens intensivieren.

OS4S: Danke.

Strüver: Ich danke.

 Das ist ein Beitrag der OS4S-Serie „UniNEtZ-Arbeitsgruppen im Gespräch“ im Jahr 2020 auf openscience4sustainability.at.

Weiterführende Information

  • Arbeitsgruppe SDG 11: hier
  • UniNEtZ Homepage: hier
  • UniNEtZ Memorandum of Understanding und Partnerinstitutionen: hier
  • Erster Freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich: hier