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Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Welche Zukunft wollen wir gestalten?

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zwei Megatrends unserer Zeit. Wie sie zusammenhängen und sich wechselwirkend beeinflussen, thematisierte der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU) in Deutschland.

WBGU-Gesprächsrunde 2018

Am 20. Juni 2018 fand die WBGU-Gesprächsrunde “Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Welche Zukunft wollen wir gestalten?” in Berlin statt. Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Forschung diskutierten das Zusammenspiel von Datenerfassung, Vernetzung, künstlicher Intelligenz und Robotik im Kontext der nachhaltigen Entwicklung.

UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) als Richtschnur für digitalen Wandel

An diesem Abend standen Fragen, wie etwa “Wie wird die digitale Revolution das Zusammenleben der Menschheit auf diesem Planeten verändern?” und “Wie kann sie genutzt werden, um die großen Menschheitsherausforderungen zu lösen?” im Mittelpunkt. Welchen der 17 SDGs die Digitalisierung dienen könne, wurde ebenso besprochen. Die SDGs eignen sich nach Meinung des WBGU als Richtschnur für die Gestaltung des digitalen Wandels.

Es geht um die Sicherung des Wohlstands

Dirk Messner, Leiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und aktueller Vorsitzender des WBGU, stellte an diesem Abend in seiner Keynote das aktuelle WBGU-Inputpapier “Digitalisierung: Worüber wir jetzt reden müssen” vor. Er skizzierte dabei einige Gedankengänge zu den Chancen und Herausforderungen, welche die Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung mitbringt und sprach im Zuge dessen über die Sicherung des Wohlstands für künftig 10 Mrd. Menschen in den bestehenden Grenzens unserer Erdsysteme.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind bis dato nur wenig vernetzt

Die Nachhaltigkeits-Communitiy und die Digitalisierungs-Community seien so gut wie gar nicht vernetzt, stellte Messner weiterführend fest: “Wir haben noch ganz wenig miteinander gesprochen. Wir müssen aber dringend miteinander sprechen, um die Logik der Nachhaltigkeit und die Logik der Digitalisierung miteinander ins Spiel zu bringen”. Als Themenfelder, wo dies notwendig wäre, nannte Messner beispielsweise artifizielle Intelligenz sowie autonome Systeme und damit die Neustrukturierung unserer Gesellschaft.

Ökologische Transformation mit Digitalisierung besser bewerkstelligen

Messner wies darauf hin, dass die 17 SDGs die Digitalisierung defacto nicht beinhalten. “Es gäbe viele gute Gründe zur Annahme, dass wir viele ökologische Probleme mit Digitalisierung besser bewerkstelligen können, wenn es uns gelingt, die politischen Rahmenbedingungen und Anreizstrukturen so zu entwickeln, dass Digitalisierung in diese Richtung ausgerichet wird”, so Messner weiter. Als relevante Handlungsfelder nannte er beispielsweise Dekabonisierung, Kreislaufwirtschaft, Dematerialisierung und Überwachung von Ökosystemen.

Expertenrunde “Digitalisierung und Nachhaltigkeit”

Nach den Ausführungen von Dirk Messner fand eine Gesprächsrunde mit Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Joana Breidenbach (Sozialunternehmerin und Autorin), Christian Kulick, (Wirtschaft & Technologien, Bitkom e.V.), Judith Simon (Lehrstuhl für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg) und Dirk Messner statt. Themen wie etwa soziale und technische Innovationen, politische Rahmenbedingungen, Lebensstile, Suffizienz, Resilienz, Bildung, neugedachte Strukturierung der Gesellschaft und Perspektiven im Kontext der Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Weiterführende Informationen

WBGU Gesprächsrunde Juni 2018

WBGU Gesprächsrunde “Digitalisierung & Nachhaltigkeit” – (c) Sebastian Greuner, WBGU

Eine Zusammenfassung von Florian Leregger, Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE), für openscience4sustainability.