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1..2..3.. hast du deine Tasse dabei?

Das Projekt „1..2..3.. Tasse dabei?“ gewinnt den 1. Platz des Sustainability Award 2020 in der Kategorie STUDENTISCHE INITIATIVEN. Katharina Gartmann (Mitbegründerin des Projekts, FH Vorarlberg) spricht über den Werdegang des Projektes, dessen Herausforderungen, Ziele und erreichte Erfolge.

 

Studentische Initiativen für mehr Nachhaltigkeit

Das Siegerprojekt „1..2..3.. Tasse dabei?“ an der Fachhochschule Vorarlberg wurde beim diesjährigen Sustainability Award ausgezeichnet. Mit dem Ziel der Ressourcenvermeidung erarbeiteten eine Gruppe an Studierenden ein Konzept zur Einsparung von Einwegbechern an Kaffeeautomaten und überzeugten so die Jury in der Kategorie STUDENTISCHE INITIATIVE.

 

Sustainability Innovation Class der FH Vorarlberg

In der „Sustainability Innovation Class” der FH Vorarlberg erarbeiteten Studierende zur Ressourcenvermeidung ein Konzept „1..2..3.. Tasse dabei?“. In diesem Projekt wurde die Verwendung von Einwegbechern von Kaffeeautomaten wesentlich reduziert, indem die Konsumentinnen und Konsumenten für ihre Mitnahme einer eigenen Tasse mit einem Rabatt auf ihr Heißgetränk belohnt wurden.

 

Die Mitnahme macht sich bezahlt

Ausprobiert wurde das Pilotprojekt direkt an der Fachhochschule Vorarlberg und stieß auf positive Resonanz. Mit Aktionen und dem vergünstigten Preis des Heißgetränks durch Mitnahme einer eigenen Tasse konnte der Einwegbecherverbrauch wesentlich reduziert werden. Das sparte am Ende nicht nur wertvolle Ressourcen ein, sondern auch Geld der Kunden. Während der gesamten Laufzeit wurde das Projekt genauestens verfolgt und dokumentiert, um den Umstieg von Einwegbechern auf Mehrwegbecher für andere Hochschulen und Unternehmen zu erleichtern.

 

Im Gespräch mit Katharina Gartmann

Katharina Gartmann ist Mitgründerin der Aktion „1..2..3.. Tasse dabei?“. Sie spricht über den Werdegang des Projektes, dessen Herausforderungen, Ziele und erreichte Erfolge.

 

OS4S: Wann und warum ist die Aktion „1..2..3.. Tasse dabei?“ entstanden –  Welche Notwendigkeit und Motivation gab es dafür?

Gartmann: Das Kursziel des Wahlfaches „Sustainability Innovation Class“, im Zuge unseres berufsbegleitenden Masterstudiums an der FH Vorarlberg, lag in der Entwicklung eines Projektes, welches einen aktiven Beitrag zur Nachhaltigkeit und Schärfung des Umweltbewusstseins beiträgt. Die FHV nutzt – wie sehr viele Bildungsinstitutionen und Unternehmen – Kaffeeautomaten mit Einwegbechern. In unseren Hörsälen haben sich die Einwegbecher geradezu gestapelt. Und so haben wir es uns zur Aufgabe gemacht ein Konzept auszuarbeiten, um den Kaffeekonsum an Kaffeeautomaten mit Einwegbechern nachhaltiger zu gestalten. 

OS4S: Welche Projektziele sowie Fortschritte wurden mit der Aktion erzielt?

Gartmann: Unser Ziel war, unseren Mitstudierenden bewusst zu machen, dass es sinnvolle und praktische Alternativen zu Einwegbechern gibt. Dieses Ziel haben wir erreicht, indem wir den Studierenden aktiv eine kostengünstige Alternative zu Mehrwegbechern angeboten haben. Zudem konnten wir den Betreiber der Automaten überzeugen, die Produkte des Kaffeeautomaten um 5 Cent günstiger zu verkaufen, wenn anstatt des Einwegbechers die nachhaltigere Option eines Mehrwegbechers beziehungsweise einer selbst mitgebrachten Tasse an den Automaten verwendet wurde.

OS4S: Die Aktion entstand aus der „Sustainabalitiy Innovation Class“ an der FH Vorarlberg heraus. Was ist unter der der „Sustainability Innovation Class“ zu verstehen?

Gartmann: In diesem Wahlfach haben wir uns mit den unterschiedlichsten Facetten der Nachhaltigkeit beschäftigt. Wir haben auch verschiedenste Nachhaltigkeitsprojekte kennengelernt und vor allem viel diskutiert. Teil des Lehrplans ist es, dass die Studierenden in einem interdisziplinären Projektteam eine Lösung für ein Problem entwickeln. Unsere Mitstudierenden haben beispielsweise einen Baukasten für eine kostengünstige, solarbetriebene Leuchte mit Bewegungssensor entwickelt, der den Frauen in den ärmsten Regionen dieser Welt nachts Sicherheit bieten kann.

OS4S: Sie geben in der Projektbeschreibung an: „Der Prozess wurde detailliert dokumentiert, sodass jedes Unternehmen, das Heißgetränke aus Automaten anbietet, die Aktion ‚1…2…3…Tasse dabei?‘ nun leicht selbst umsetzen kann.“ Gibt es Interesse von Unternehmen beziehungsweise anderen Hochschulen, diese Aktion umzusetzen?

Gartmann: Das ist richtig. Unsere Projektdokumentation steht im Internet frei für jeden zur Verfügung – bis dato wurden wir aber noch von keinem Interessenten kontaktiert.

OS4S: Welche Ziele verfolgen Sie in der Zukunft. Wie geht es mit der Aktion weiter?

Gartmann: Nachdem wir als Projektinitiatoren unser Studium erfolgreich abgeschlossen haben und wieder voll im Berufsleben stehen, würden wir uns sehr darüber freuen, wenn derzeitige Studenten unser Projekt „„1…2…3…Tasse dabei?“ validieren, weiterführen und weiterentwickeln würden. Beispielsweise könnten höhere Rabatte bei Verwendung von Mehrwegbechern beziehungsweise des eigenen Trinkgefäßes motivierend wirken, eventuell gibt es auch ganz andere Anreizmöglichkeiten. Wir würden es allenfalls sehr begrüßen und unterstützen, weitere Impulse zu setzen.

OS4S: Gibt es abschließend noch etwas, was Sie der Leserin und dem Leser mitteilen möchten?

Gartmann: Wir entscheiden uns oft aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit hinsichtlich Alternativen für oft nicht-nachhaltiges Verhalten. Das betrifft beispielsweise die Fahrt mit dem Auto oder eben die Benutzung des Einwegbechers. Dabei kann jede und jeder einzelne recht einfach zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Durch das Hinterfragen und Ablegen von schädlichen Gewohnheiten und die Rückbesinnung auf das Wesentliche, lässt sich feststellen, dass die glücklichen und ausgeglichenen Momente im Leben meist auch die klimafreundlichsten sind.

OS4S: Vielen Dank für das Gespräch.

Gartmann: Danke.

 

Weiterführende Information

  • Projektdokumentation „1..2..3.. Tasse dabei?“: hier
  • FH Vorarlberg: hier

 

Beitrag 5 der Reihe „Das war der Sustainability Award 2020“