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Women in Science. Nachhaltige Frauenpower in Wissenschaft

SA2018_WISIA_OS4S

Der Verein WISIA: Women in Science gewinnt den 1. Platz des Sustainability Award 2018 in der Kategorie STRUKTURELLE VERANKERUNG. Enikö Kallay (Med Uni Wien) spricht mit uns über das Projekt, Nachhaltigkeit und die Bedeutung von der Vernetzung von Frauen in der Wissenschaft.

 

Verein WISIA – nachhaltige Frauenpower in der Wissenschaft

Der Verein WISIA wurde 2009 gegründet und dient der Vernetzung von Frauen in der Wissenschaft und Kultur, der Förderung der Weiterbildung und des gegenseitigen Austausches, sowie der Durchführung von Forschungs-, Kultur- und Vernetzungsprojekten und der Publikation daraus resultierender Erkenntnisse. Beim Sustainability Award 2018 wurde WISIA mit dem Gewinn in der Kategorie STRUKTURELLE VERANKERUNG ausgezeichnet. Enikö Kallay ist Ansprechperson des hochschulübergreifenden Projektes. Sie hat mit uns über den Verein, Nachhaltigkeit und die Bedeutung von der Vernetzung von Frauen in der Wissenschaft gesprochen.

 

Wenn Sie an WISIA denken, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn? Welche Idee steckt dahinter?

Kallay: WISIA ist ein hochschulübergreifendes Projekt, bei dem gescheite Frauen zusammenkommen, viel lachen können und sich gegenseitig viele gute Ideen geben und gemeinsam unterstützen. Für mich ist WISIA eine Quelle von Ideen, Vernetzung und Freundschaft.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?

Kallay: Nachhaltigkeit beutetet für mich, etwas zu tun, das nicht nur für heute wichtig ist, sondern auch für die Zukunft eine Bedeutung hat. Darunter verstehe ich eine Freundschaft oder ein Projekt, welches jahrelang dauert, oder aber auch die Ausbildung von Studierenden.

 

Was hat WISIA: Women in Science mit Nachhaltigkeit zu tun?

Kallay: Wir, also Kolleginnen und ich, nahmen vor einigen Jahren zusammen bei einem Coaching des Wissenschaftsministeriums teil. Es ging dabei um die Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft, um vor allem erfolgreich Projekte bei Förder-Calls einzureichen. Damals war recht bald klar, dass wir etwas Langfristiges gemeinsam machen wollen. Wir fanden es wichtig, das Ganze fortzuführen, um uns gegenseitig zu unterstützen. Aus diesem Coaching ist in weiterer Folge WISIA entstanden.

 

Warum der Sustainability Award? Was hat Sie dazu bewogen ihr Projekt einzureichen?

Kallay: Weil WISIA ein Beispiel dafür ist, wie Frauen etwas erreichen können, indem sie sich gegenseitig unterstützen. Das hat einen langfristigen Effekt und kann dauerhaft Positives bewirken. Sei es jemanden darin zu unterstützen, eine langfristige Anstellung zu bekommen, welche das Leben desjenigen dauerhaft finanziert, oder aber auch ein gemeinsames Projekt einzureichen, welches möglichst lange erfolgreich läuft. Zudem kommt der Wissensaustausch. Manche verstehen die Thematik Nachhaltigkeit besser. Dieses Wissen kann untereinander weitergegeben werden. Auch helfen wir einander, Wissenschaft an Schüler und Schülerinnen und Studierende zu vermitteln. Damit wollen wir mehr junge Leute für die Forschung begeistern. Mit der Einreichung dieses Jahr wollten wir etwas unternehmen, das uns langfristig hilft. Insofern passt unser Vorhaben sehr gut zum Sustainability Award.

 

Inwiefern ist interdisziplinäre und hochschulübergreifende Vernetzung wichtig?

Kallay: Es ist sehr wertvoll, die unterschiedlichen Blickwinkel kennenzulernen. Ich selbst bin beispielsweise Biochemikerin. Ich kenne mich mit Zellen und Molekularbiologie aus. Aber ich weiß vielleicht nicht gut genug, wie ich dieses Wissen Studierenden vermitteln kann. Es gibt Kolleginnen, die viel mehr Erfahrung und Expertise in der Lehre und Pädagogik haben. Diese wissen dann zum Beispiel viel konkreter, wie Studierende ticken, denken und lernen möchten. Deshalb können sie mir helfen, mein spezifisches Fachwissen besser weiterzugeben. Wir, die Lehrenden an der Universität, hatten in der Regel keine pädagogische Ausbildung. Dennoch wird verlangt, in jener Art und Weise einer Person zu unterrichten, welche eine langjährige Ausbildung durchlaufen hat. WISIA bietet dafür einen Pool an Knowhow, um davon zu profitieren und sich gegenseitig weiterzuhelfen. Oft ist man so tief in der eigenen Materie verankert, sodass einem die Kolleginnen durch Kooperation den weiteren Blick wieder ermöglichen. Wir helfen uns, das eigene Fachgebiet so zu erklären und zu kommunizieren, sodass es möglichst jeder versteht. Das passiert bei WISIA in einem sehr konstruktiven Umfeld.

 

Warum ist es wichtig, bei Kindern und Jugendlichen Bewusstsein für Forschung zu schaffen und authentische Berufsbilder in Technik und Naturwissenschaften zu vermitteln?

Kallay: Bei WISIA sind wir fast alle Lehrpersonen an Hochschulen. Es ist unsere Kernaufgabe, die nächste Generation weiterzubilden und unser Wissen weiterzugeben. Es ist wichtig, ein authentisches Berufsbild zu vermitteln, da viele Leute nicht wissen, was Forschung eigentlich bedeutet. Wenn die Jungen gebeten werden, eine Person, welche in der Forschung arbeitet, zu zeichnen, dann zeichnen sie meistens Albert Einstein oder Männer in weißen Kitteln. Sehr selten werden Frauen gezeichnet. Es ist vielen jungen Menschen nicht klar, was es bedeutet, zu forschen. Viele denken, Forschung ist etwas, das nur Wenige können. Im Gegenteil. Wir wollen zeigen, dass man für Wissenschaft und Forschung zu Beginn nur eine Eigenschaft braucht und das ist Neugierde. Kinder haben diese Eigenschaft viel eher, als Erwachsene. Mein Wunsch ist, dass die Kinder ihre Neugierde niemals verlieren. Denn dann können sie forschen. Das ist wichtig für unsere Zukunft.

 

Danke für das Gespräch.

Kallay: Danke.

 

Weiterführende Informationen

SA2018_WISIA_OS4S

Beitrag 4 der Serie “Das war der Sustainbility Award 2018”, verfasst von Bianca Blasl und Florian Leregger vom Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE) für openscience4sustainability.