Back to list

Manche Ideen verdienen eine zweite Chance

Oder: warum Fliegen das neue Busfahren ist

tonis320x150

Es ist schon etwas länger her, da durften Hühner Eier legen und Hähne in aller Ruhe wachsen. Auch wenn früher nicht alles besser war und am Fortschritt nicht zu rütteln ist, schadet es hin und wieder nicht, im Buch der Vergangenheit zu blättern.

Etwa so verhält es sich bei Toni‘s Hähnen. Die tummeln sich nämlich seit Anfang des Jahres bei uns in der Glein bei Knittelfeld. Ganz so, wie es schon vor drei Generationen war. Neu ist daran nur die Erfahrung, um die wir im Laufe unserer Arbeit reicher geworden sind. Und das ist gut so.

Manche Ideen verdienen eine zweite

 

Geflügel als “Zweinutzungsrasse”

Wer sich mit Freilandhühnern beschäftigt, kommt an diesem derzeit wohl heikelsten Thema der Nutztierhaltung nicht vorbei. Nach wie vor werden etwas mehr als 300 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlupf getötet, weil nur die weiblichen Tiere von wirtschaftlicher Bedeutung sind. Nachhaltig ist das nicht, von der dahinterstehenden ethischen Frage einmal ganz abgesehen. Bei Toni‘s haben wir erst einmal 1.600 männliche Küken vor diesem Schicksal bewahrt und zu stolzen Junghähnen heranwachsen lassen. Sie entstammen einer so genannten „Zweinutzungsrasse“. Die ist, wie der Name schon sagt, doppelt nützlich. Während die Schwestern Eier legen, werden ihre Brüder für die Mast verwendet. Ganz natürlich. Und wer in aller Ruhe, mit viel Bewegung im Freien wachsen darf, der entwickelt auch einen unvergleichlich delikaten Geschmack.

Das wussten unsere Großeltern immer schon. Womit wir wieder am Anfang unserer Geschichte wären. Die Lösung des Problems ist damit nämlich deutlich älter als das Problem selbst. Wir haben es in der Zwischenzeit nur vergessen, oder besser gesagt einem Leistungsgedanken in der Produktion geopfert.

Schlichte Nahrungsaufnahme anstatt Genuss?

Was das nun mit Flugzeugen und Bussen zu tun hat? Der Preiskampf der Billig-Airlines hat aus Fliegen letztlich Busfahren gemacht. Nichts ist mehr vom Glanz vergangener Tage, stattdessen geht es um Funktionalität und um den Transport von A nach B. Aus dem selben Grund sind aus Lebewesen Produktionsfaktoren geworden und an Stelle des Genusses ist die schlichte Nahrungsaufnahme getreten.

Die Frage ist nur: Wollen wir Fliegen oder Busfahren, bewusst genießen oder im Überfluss den wahren Wert gesunder Lebensmittel nicht mehr erkennen?
Eine Entscheidung, die nicht allzu schwer fallen dürfte. Denn würde jeder Mensch auch nur einen Junghahn im Jahr genießen, hätte das sinnlose Kükensterben ein Ende. Und das ist genau genommen erst der Anfang. Der Anfang zu einem gesunden und bewussten Umgang mit dem was uns umgibt.

Es hilft also, sich hin und wieder zu erinnern. Daran wie es früher war, und ob unsere Großeltern nicht doch irgendwie recht hatten.

Mehr über Toni‘s unter:
www.tonis.at oder http://blog.tonis.at