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Live von der Rio+20 – 20. Juni

Clemens Mader und Philipp Schöffmann berichten.

Am 20. Juni wurde Rio+20  offiziell eröffnet. Unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen Ban Ki-Moon die Konferenz eröffnete, fanden zugleich weitere Side-Events statt. Im Zuge der Konferenz und der damit verbundenen Anwesenheit hoher staatlicher VertreterInnen haben auch viele UN Organisationen Ihre Side-Events an diesen Tagen angesetzt.

Am Vormittag des 20. Juni fand eine von der UNDP organisierte Veranstaltung zum Thema „Beyond GDP – Measuring the Future We Want“ statt.

Am Podium dieser Veranstaltung waren Dänemarks Premierministerin, die Generalsekretärin der UNDP sowie der Präsident von Zambia.

Währen von Dänemark klar hervogehoben wurde, dass es neue Methoden der Wohlstands- und Entwicklungsmessung braucht, nutzte Zambias Präsident den vollen Saal mit ca. 150 ZuhörerInnen eher für Tourismuswerbung. Dies ging in der Fülle der Informationen der Veranstaltungen aber auch unter. So bestätigte Dänemarks Premier, dass es für politische Entscheidungen langfristige Perspektiven geben muss. Dafür braucht es auch Kriterien der Entwicklunsmessung, welche nicht nur auf momentanen wirtschaftlichen Daten beruhen sondern ebenfalls die Interessen von Mensch und Umwelt einbezieht. Derartige Regulierungen habe Dänemark bereits zu einem der energieeffizientesten Länder Europas gemacht. Nicht zuletzt sind es Ergebnisse aus Statistiken wie GDP, durch welche politische Entscheidungen nach wie vor getroffen werden. Die Premierministerin spricht sich zudem stark für Public-Private Partnerships aus, um neue Formen der Entwicklung zu fördern. Aus Sicht der EU Präsidentschaft sollen schließlich durch Green Economy bis 2020 400.000 neue Jobs geschaffen werden. Energy Education stellt auch für die Europäische Union dabei einen Schwerpunkt dar.

Der Leiter des UNDP Development Report meinte dazu, dass für die Entwicklung neuer Messlinien stets der Mensch im Mittelpunkt betrachtet werden muss: „Human Development is about richness of life and not of the economy.“ Intergenerationelle Gerechtigkeit sollte demnach in neuen Messinstrumenten berücksichtigt werden. Dem folgend werden vier wesentliche Bausteine genannt:

•     Diese und zukünftge Generationen berücksichtigen.

•     Ein Ansatz der „Rechte“ sowie der globalen Verantwortung, nach welcher alle die selben Rechte jedoch größere Länder mit stärkerem ökologischen Impakt auch größere Verantwortung tragen.

•     Globale vs. lokale Rahmenbedingungen berücksichtigen.

•     Human Development Ranking zu globaler Akzeptanz bringen.

Ein Sprecher der Italienischen Statistischen Instituts brachte dazu Einwände, dass Politiker letzlich nur Ihre Wähler berücksichtigen: „Why should I work for future generations – what do they do for me?“. Dementsprechend muss die Zukunft so dargestellt werden, dass sie heutige Präsenz bekommt. Etwa durch aufzeigen der Vulnerabilität der Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Risiken sollten dabei berechnet werden, um eine Transparenz der Vulnerabilität zu schaffen. Dies bringt auch Politiker dazu zu handeln.

Die WeltBank zeigte zu diesem Thema auf dass die Einwirkungen auf die Umwelt unterschiedlich schwer zu messen sind:

•     komliziert: Ressourcen von Öl, Mineralien

•     sehr kompliziert: Lebende Ressourcen wie Lebewesen, Fische, Biodiversität

•     unglaublich kompliziert: Messung von Ecosystem Services wie etwa von Mangroven, Wirkung für Fische, CO2 Kompensation, Küstenschutz