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Allianz nachhaltige Universitäten in Österreich

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Allianz nachhaltige Universitäten in Österreich

Auf Anregung des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF) haben sich im Februar 2012 mehrere im Bereich Nachhaltigkeit engagierte Universitäten in Österreich zu einer Plattform namens „Allianz nachhaltige Universitäten“ (kurz Allianz Universitäten) zusammengeschlossen, über die sie universitätsübergreifende Kooperationen im Bereich Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung forcieren wollen. Mittlerweile sind folgende neun Universitäten beteiligt:

Die Allianz versteht sich als informelles Netzwerk, das für alle österreichischen Universitäten offensteht. Ihr Arbeits-Zeitraum ist unbefristet. Erste Arbeitspläne beziehen sich auf die  Periode der Leistungsvereinbarungen 2013–2015 mit dem BMWFW.

1. Motive und Ziele der Allianz nachhaltige Universitäten

1.1 Motive

Von Beginn an bildeten folgende zentrale Motive das Grundverständnis für den informellen Zusammenschluss der Allianz:

  • Spezifische Stärken der einzelnen Universitäten im Bereich Nachhaltigkeit/Bildung für nachhaltige Entwicklung bündeln
  • Wichtige Fortschritte an den Universitäten im Bereich nachhaltige Entwicklung gegenseitig bekannter machen
  • Voneinander lernen (best practice-Bespiele, Erfahrungsaustausch)
  • Das Engagement aller Universitätsangehörigen zum Thema Nachhaltigkeit stärken, dabei die Bildung größerer Gruppen („kritische Masse“) erreichen, um letztlich dadurch wiederum die Motivation zu stärken
  • Synergien nutzen und Kooperationen verstärken, vor allem dort, wo Kooperationen offensichtlich die Nachhaltigkeit an den Universitäten stärken bzw. Konkurrenz zwischen den Universitäten diese schwächen

Sichtbarkeit der Themen Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken, durch einen gemeinsamen Außenauftritt der Allianz. Aus diesen Motiven entwickelten sich die im folgenden Kapitel 2.2 dargestellten Ziele der Allianz.

1.2 Ziele

Die übergeordneten Ziele der Allianz sind die stärkere Verankerung von Nachhaltigkeits-Themen an den Universitäten und dabei verstärkt/explizit zu einer zukunftsfähigen/nachhaltigen Gesellschaft beizutragen. Daher sollen universitätsübergreifende Aktivitäten, Erfahrungsaustausch und Synergien in den folgenden Arbeitsbereichen verstärkt forciert werden:

  1. Nachhaltigkeit in der Forschung
  2. Nachhaltigkeit in Lehre und Weiterbildung
  3. Umweltmanagement Betriebsökologie und soziale Verantwortung (Diversity, Fairness, Gesundheit, Gender etc.)
  4. Gesellschaftliche Verantwortung: u.a. Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit betreffend Nachhaltigkeitsthemen
  5. Strategische Entwicklung der Universitäten/Nachhaltigkeitsstrategien
  6. Internationale Vernetzung (z.B. Verknüpfungen zur Copernicus Alliance verstärken)
  7. Gemeinsames Basis-Verständnis von Nachhaltigkeit / Bildung für nachhaltige Entwicklung erarbeiten und veröffentlichen: Begriff und das Konzept „Nachhaltigkeit“ schärfen sowie Ziele und Kriterien der Nachhaltigkeit darstellen
  8. Verständigung über Werte und ethische Leitprinzipien
  9. Einbindung der Studierenden der beteiligten Universitäten

Die Ziele der Allianz in den universitären Kernbereichen Forschung und Lehre werden im Folgenden  näher ausgeführt.

2. Universitätspolitische Einbettung der Allianz

Das Jahr 2012 war für eine österreichweite, universitätsübergreifende Initiative von Vorreiter-Universitäten im Bereich Nachhaltigkeit/Bildung für nachhaltige Entwicklung aus mehreren Gründen ein günstiges Jahr: Einerseits war die Allianz im Rahmen der Rio+20-Konferenz eine der Vorzeigeinitiativen des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung, andererseits boten die Verhandlungen der Leistungsvereinbarung (zwischen den Universitäten und dem BMWF) für den Zeitraum 2013 – 2015 ein Window of Opportunity, das genutzt werden konnte.

Darüber hinaus beabsichtigte das BMWF die Verankerung von universitätsübergreifenden Aktivitäten zu forcieren. Das wurde von der Allianz insofern genutzt, als die Erstellung eines universitätsspezifischen Nachhaltigkeitskonzeptes in die Leistungsvereinbarungen aller neun Allianz-Universitäten aufgenommen wurde. Die einzelnen Nachhaltigkeitskonzepte sollen für den Zeitraum 2013 – 2015 verbindliche Ziele und Maßnahmen in den Bereichen Forschung, Lehre, Umweltmanagement und Betriebsökologie sowie Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit enthalten.

Eine weitere Synergie rührt von der Entwicklung des Hochschulplans, in dem ebenfalls universitätsübergreifende Aktivitäten und Clusterbildungen vorgesehen sind. Die BMWF-Ausschreibungen der Hochschulraum-Strukturmittel (HRSM) vom Juni 2013 stellten erste Schritte in diese Richtung dar. Die Allianz reichte über zwei „Lead Partner“ zwei HRSM-Anträge ein (s. unten), was die Vernetzung zwischen den Allianz-Universitäten gestärkt hat.

Neben diesen Synergien wurde seitens des BMWF der Wunsch herangetragen, den Begriff „Nachhaltigkeit“ aus universitärer/wissenschaftlicher Sicht zu schärfen und die Ergebnisse daraus wie auch die Prinzipien und Ziele der Nachhaltigkeit publik zu machen. Hintergrund dafür ist die Entwicklung in der (Wissenschafts-)Politik, die den Begriff inflationär und z.T. missbräuchlich verwendet.

3. Beispiele für Aktivitäten der Allianz Nachhaltige Universitäten

Um die gemeinsamen Aktivitäten der Allianz-Universitäten effektiver durchzuführen bzw. den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern in bestimmten Bereichen zu stärken, wurden bislang sieben Arbeitsgruppen (AG) ins Leben gerufen:

1)      AG Nachhaltigkeitsprozess / Nachhaltigkeitskonzept an den Allianz-Universitäten (Leitung BOKU):
Zur Beratung der Ausgestaltung einer effektiven Nachhaltigkeitsstrategie (mit verbindlichen Zielen und Meilensteinen) für den Zeitraum 2013 – 2015 wurde in einem einjährigen Prozess von einer ExpertInnengruppe der Allianz ein Handbuch erstellt. Eine große Anzahl von Beispielen nachhaltigkeitsorientierter Ziele und Maßnahmen in den oben angeführten Bereichen ist im Handbuch enthalten. Auch eine Erläuterung des Begriffs sowie der Ziele und Kriterien von „Nachhaltigkeit“ sind integriert. Das Handbuch dient auch als Ideenpool für nachhaltigkeitsorientierte Maßnahmen von anderen Universitäten. Die Arbeitsgruppe ist zudem eng in die beiden laufenden Nachhaltigkeitsprozesse an der WU Wien und an der BOKU eingebunden.

Das mittlerweile fertiggestellte Handbuch wurde von der Allianz für den Sustainability Award 2014 für nachhaltige Universitäten eingereicht und steht hier als pdf_File zur Verfügung.

neu_Handbuch_Nachhaltigkeitskonzept Allianz NH Univ_1406

2)      AG / Internetprojekt Nachhaltigkeit in der Lehre (Leitung Univ. Klagenfurt, BOKU):
In einem einjährigen, vom BMWF unterstützten Projekt, wird die Allianz auf der Online-Plattform www.OpenScience4Sustainability“ (os4s) zu dem Thema „Lehre zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“  und über Aktivitäten der Universitäten in diesem Bereich berichten.

3)      AG Mobilität (Leitung: Univ. Graz):
Zu den verschiedenen Initiativen im Bereich nachhaltige Mobilität an den Universitäten werden unterstützende Beiträge initiiert, u.a. über Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Berichte.

4)      AG Nachhaltige Beschaffung (Leitung: Univ. Graz):
Die nachhaltige Beschaffung an den Universitäten sollen über Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Programme unterstützt werden.

5)      AG Sustainability Entrepreneurship (Leitung: WU):
Nach einer erfolgreichen Veranstaltung zu Eco & Social Entrepreneurship an der BOKU sind von der Arbeitsgruppe nun weitere Veranstaltungen aber auch gemeinsame Aktivitäten in der Lehre sowie Mittelaquisition geplant.

6)      AG/Projekt Climate Friendly Climate Research (CFCR) (Leitung: BOKU):
Das Pilotprojekt der Allianz zur klimafreundlichen Durchführung von Forschung wird im Zeitraum 2012 – 2013 durchgeführt und vom BMWF im Rahmen der Joint Programming Initiative gefördert

7)      AG Strukturmittelverordnung:
Diese Arbeitsgruppe hat die Universitäten bei der Bildung von Konsortien und der nachfolgenden Abfassung zweier HRSM-Anträge der Allianz unterstützt (eingereicht Mitte Juni 2013). Zum einen den HRSM-Antrag Umweltmanagement (Univ. Klagenfurt, BOKU, Univ. Graz, Univ. Salzburg, WU Wien), zum anderen den HRSM-Antrag Nachhaltigkeit in der Lehre (BOKU, Univ. Graz, Univ. Klagenfurt, WU, Modul-Univ., 3 Schulen). Mittlerweile wurde der HRSM Antrag zum Umweltmanagement genehmigt.

Weitere Informationen siehe Publikation in GAIA 4/2013:
Allianz nachhaltige Universitäten in Österreich – Ziele und Vorhaben
Publikation zur Allianz in GAIA4_2013