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“Digitalisierung und Nachhaltigkeit” auf Tonspur N

D&N_Tonspur N

Interview mit Roman Mesicek und Annemarie Harant von Tonspur N – einem Projekt, entsprungen an der IMC FH Krems. Die beiden beschäftigen sich seit Oktober 2018 intensiv mit der digitalen Transformation. In ihrem Podcast sprechen sie über aktuelle Trends, Publikationen und relevante Inhalte im Zuge der Digitalisierung.

Digitalisierung & Nachhaltigkeit – Themenlandkarte bietet Übersicht

Mit Folge 55 eröffnen Roman Mesicek und Annemarie Harant am 1. Oktober 2018 ihre neue Podcast-Serie „Digitalisierung & Nachhaltigkeit“. Darin stellen sie unter anderem ihre entworfene Themenlandkarte („Padlet“) vor. Dieses Mind-Mapping bietet eine strukturierte Übersicht relevanter Themenbereiche, Publikationen, Definitionen, Studien, sowie Akteurinnen und Akteure. Die beiden laden interessierte Personen ein, sich in den kommenden Wochen an der Ergänzung der Themenlandkarte zu beteiligen.

Was sagen Mesicek und Harant selbst über ihre Serie auf Tonspur N?

Roman Mesicek ist Studiengangsleiter des Master “Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement” und Nachhaltigkeitskoordinator an der IMC Fachhochschule Krems. Annemarie Harant ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin des Start-Ups „erdbeerwoche“ und verfügt über jahrelanger Beratungserfahrung im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement.

Frage 1: Inwiefern beschäftigt Sie persönlich “Digitalisierung & Nachhaltigkeit”, so dass es nun die aktuelle Serie dazu bei „Tonspur N“ gibt?

Mesicek: In den letzten 30 Jahren habe ich miterlebt, wie rasant sich Informationstechnologien entwickelt haben. In meiner Oberstufenzeit waren wir stolz auf einen PC und einen Nadeldrucker, den Schülerinnen und Schüler verwenden durften. In meiner Studienzeit hatte ich meine erste Email-Adresse. Von damals, bis heute schon ein ganz schön weiter Weg. Eigentlich hat erst in den letzten Jahren die stärkere Auseinandersetzung damit begonnen, was das Ganze im Kontext der nachhaltigen Entwicklung bedeutet. Somit hat das Thema Digitalisierung auch immer mehr Bezug zu meiner Lehre an der IMC Fachhochschule Krems bekommen.

Harant: Als Geschäftsführerin eines Social Business an der Schnittstelle E-Commerce, Health und FemTech bin ich tagtäglich mit digitalen Prozessen und den dazugehörigen Nachhaltigkeitsherausforderungen auf praktischer Weise in Kontakt. Mich interessiert daher besonders, was die Theorie hinter diesen beiden “Trendbegriffen” ist, wie unterschiedliche Stakeholder mit der Thematik umgehen und wo aus Nachhaltigkeitssicht der größte Hebel liegt.

Frage 2:  Welche Parallelen weisen die beiden Prozesse “Digitalisierung” und “Nachhaltigkeit” auf?

Mesicek: Um deutlich zu machen, dass es sich um Prozesse handelt, ist es meiner Ansicht nach besser die Begrifflichkeiten “Digitale Transformation” und “Nachhaltige Entwicklung” zu verwenden. Das Prozesshafte ist auch schon die große Gemeinsamkeit. Ein gewichtiger Unterschied ist sicher, dass wir mit den Sustainable Development Goals beim Thema Nachhaltigkeit ein anerkanntes Zielsystem haben, welches der Gesellschaft die Richtung vorgeben soll. Und wenn wir dieses nicht erreichen, steht unsere Existenz als Menschheit auf dem Spiel. Dagegen ist alles was sich bei der Digitalisierung so abspielt ein Kindergeburtstag.

Harant: Sowohl die “Digitale Transformation” als auch eine “Nachhaltige Entwicklung” sind aktuell die Kräfte mit den größten Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und sollten eigentlich nur gemeinsam gedacht werden, was leider oftmals noch nicht stattfindet.

Frage 3: Was verstehen Sie unter digitaler Transformation?

Mesicek und Harant: Die Veränderungen in unserer Gesellschaft – und zwar in allen Bereichen, ob auf politischer, gemeinschaftlicher, wirtschaftlicher oder individueller Ebene – ausgelöst durch die Weiterentwicklung von Informationstechnologien.

Frage 4: In welchen Wissenschaftsdisziplinen besteht Forschungsbedarf, um Chancen der digitalen Transformation verstärkt zu erkennen und zu forcieren?

Mesicek: Bedarf gibt es sicher an inter- und transdisziplinärer Forschung an der Schnittstelle Technik, Naturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften.

Harant: Dem kann ich nur zustimmen. Wahrscheinlich hinken die meisten Wissenschaftsdisziplinen der Geschwindigkeit der Digitalisierung hinterher.

Frage 5: Wollen Sie den Leserinnen und Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Mesicek: Veränderung kann auch bei einem selbst beginnen und jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten.

Harant: Immer kritisch bleiben und Kopf einschalten – nicht alles im Leben muss digitalisiert werden!

Vielen Dank für das Interview.

Mesicek und Harant: Sehr gerne. Danke.

Weiterführende Links

(c) Tonspur N

Ein Artikel von Florian Leregger, Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE) für openscience4sustainability.